NEU: "CC Rider" in der FLASH 03/2010 - im Heft 3 Doppelseiten Bericht

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Mein Manta CC GT/E Bj. 1979









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Die Aufnahmen ganz oben entstanden auf dem Parkplatz vor dem Bochumer Opel-Werk I an einem schönen Sonnentag im April 2007, das erste und 8. Bild entstanden anläßlich einer Veranstaltung am Opel-Werk I unter dem Motto "Das Werk ruft" im August 2007.
Die Detailaufnahmen vom Motorraum stammen aus dem März 2008. Aufnahme "Recarositz Fahrerseite": Mai 2009. Das Bild unten links zeigt das geöffnete Automatikgetriebe mit Bremsband-Servodeckel im Vordergrund beim Ölwechsel im Sommer '08.
Die 4 Bilder der unteren, beiden Reihen sind im Oktober 2009 auf der Hebebühne (Wechsel Benzinfilter und Druckdämpfer) entstanden. Das bräunliche ist kein Rost, sondern Wachs ;-) Ansonsten sprechen die Aufnahmen für sich, denke ich.

Die Geschichte dieses Autos

Wie man auf den Bildern gut erkennen kann: das Fahrzeug befindet sich - bis auf winzige Details (nachgerüsteter rechter Außenspiegel, Ölthermometer, Windabweiser fürs Schiebedach (Update 08/2008: mittlerweile wieder entfernt) im Original-Zustand der Auslieferung durch das Werk im Frühjahr 1979.
Dies bleibt auch so, damit hebt sich das Fahrzeug deutlich von vielen seiner "Artgenossen" ab, die oftmals arg verbastelt und durch häufig übertriebene Modifikationen entstellt daherkommen. (sowas wird wohl auch gerne als "Tuning" bezeichnet)
Seit einigen Jahren suchte ich nach einem Manta, zunächst sollte es ein möglichst gut erhaltener "A" sein. Leider bin ich mit diesem Wunsch etwas zu spät dran: wirklich gut erhaltene MANTA-A befinden sich längst in Sammlerhand oder sind, wenn dann doch mal einer bei EBAY oder Mobile.de auftaucht, kaum bezahlbar (jedenfalls liegen die Preisvorstellungen über meinem persönlichen Limit)
So entdeckte ich dieses Auto im April 2007 bei EBAY, die Beschreibung ließ mich zunächst stutzen: "2 Vorbesitzer.. 69.500 km gelaufen... ungeschweißt.. erster Lack..." - da der Verkäufer nur 30 km entfernt wohnte, vereinbarte ich einen Besichtigungs- und Probefahrttermin an einem schönen Samstagnachmittag.
Schon beim ersten Einsteigen war sofort klar: die Beschreibung stimmte, nichts war übertrieben!
Das Auto präsentierte sich - vor allem im Innenraum - wie ein ca. 3-4 jähriger Gebrauchtwagen, kaum typische Abnutzungsspuren an Lenkrad, Sitzwangen (der Recaro-Sitze), Pedalen usw.
Die Automatik (die ich eigentlich nicht unbedingt wollte!) schaltete ruckfrei und sanft und auch sonst stimmte eigentlich alles. Das der Verkäufer (KfZ-Meister) mit mir das Auto auch noch ausgiebig auf seiner Hebebühne von unten in Augenschein nahm, rundete den Gesamteindruck nur noch weiter zum Positiven ab:
Es gab schlicht keine sichtbare Korrosion am gesamten Unterboden, alle Manta-B-typischen Schwachstellen (die ich aus der Zeit von vor ca. 20 Jahren noch gut kenne) präsentierten sich kerngesund. Schweller, Endspitzen, vordere Längsträger, Bodengruppe, Achsaufhängepunkte, Wagenheberaufnahmen, Kotflügelfalze, Türunterkanten, Lampentöpfe - alles war nahezu perfekt und teils vor kurzer Zeit noch mit Wachs versiegelt worden. Kein öltropfendes Hinterachsdifferential, auch am Motor kein Ölverlust erkennbar.
Zum Fahrzeug-Historie existierten umfangreiche Dokumente: Quittungen, Rechnungen vom Erstbesitzer, einem damals 71-jährigen Rechtsanwalt, der das Auto von 1979 bis zu seinem Tode im Jahre 1996 überwiegend im sonnigen Tessin bewegte. Danach wechselte - laut KfZ-Brief - das Fahrzeug offenbar auf einen Verwandten für einige Monate, um schließlich in den Besitz des Opel-Freundes aus dem Bergischen zu wechseln, von dem ich es schließlich erwarb.

Dieser fuhr den Manta auf 07er-Youngtimerkennzeichen nur etwa 1500 km innerhalb der letzten 9 Jahre bei überwiegend trockenem Wetter!
Es wurden (belegbar) regelmäßig Flüssigkeiten (Automatik-Öl, Motor- Hinterachsöl, Bremsflüssigkeit) gewechselt sowie die Gummileitungen im Bereich Benzinpumpe und Bremsleitungen ausgetauscht.
Somit wurden wir schnell handelseinig und das Fahrzeug wechselte eine Woche später vom Bergischen Land nach Bochum.
Ich wollte den Wagen nun mit Saisonkennzeichen "normal" zulassen, dazu war eine TÜV-Vollabnahme ("21er Abnahme") erforderlich. Der Manta CC bestand diese bei der TÜV-Prüfstelle Bochum-Riemke mit Bravour (gut, die hinteren Bremsen erreichten nicht auf Anhieb die geforderte Gleichmäßigkeit, dies war aber auch das Einzige, was der Prüfer zu bemängeln hatte, die Plakette 04/2009 gab's aber schließlich doch)

Anfängliche Vorbehalte gegen die Automatik legten sich schnell, es paßt einfach gut zum Gesamtcharakter dieses Autos, das mit 110 PS aus der 2-Liter-Maschine ausreichend motorisiert ist.
Nur aus Neugierde fuhr ich ihn auf der Autobahn auch mal aus und habe mit GPS-Empfänger ca. 185 km/h in der Ebene gestoppt, das entspricht in etwa der Werksangabe ;-)
Leider macht sich bei Geschwindigkeiten oberhalb etwa 130 km/h das hohe Drehzahlniveau in der 3. Fahrstufe der Dreigangautomatik negativ bemerkbar, aber das ist gut verschmerzbar. Die erreichbare Höchstgeschwindigkeit ist bei einem Youngtimer nicht unbedingt das Hauptkriterium - das Fahren auf der Landstraße bei gemäßigtem Tempo macht am meisten Spaß (so ganz "Manta-untypisch", aber die alten 80er Jahre "Heizer-Zeiten" sind einfach vorbei)
Auch habe ich inzwischen meine ursprüngliche Ablehnung gegenüber der Karrosserieform CC (was überigens für Combi Coupé steht ) abgelegt - dieses Merkmal macht den Wagen im Grunde nur noch seltener. (Mantas mit Stufenheck fährt schließlich jeder ;-)

Die 'Einkaufsliste' vor 30 Jahren...

Gemäß einer Original-OPEL-Preisliste vom September 1978 hat der Wagen, so wie er ist, 19.867 DM gekostet. Setze sich wie folgt zusammen:
- Grundpreis: 16544,-
- Automatik: 1060,-
- Radio "Le Mans Super": 510,-
- Quarzuhr: 66,-
- Sportspiegel, Beifahrerseite: 44,-
- Tageskm-Zähler: 18,-
- Wärmedämmende Rundumverglasung (Bronce od. Grün): 261,-
- Zusatzbeleuchtung Koffer-/Motorraum: 39,-
- Ablagefach Türen innen: 24,-
- Recaro-Sitze vorne, schwarz: 525,-
- Stahlschiebedach: 650,-
- seitl. Schutzleisten mit PVC: 126,-

Man sieht also, die Aufpreisliste treibt den Preis ganz ordentlich ;-)

Wie geht es weiter?

Um den Wagen bei den angekündigten Fahrverboten in Umweltzonen auch weiterhin bewegen zu dürfen, mußte das H-Kennzeichen her!
Die erfreuliche Nachricht: H-Abnahme ohne Mängel am 7. April bestanden, das Auto hat nun das begehrte "H" als letzten Kennzeichenbuchstaben. Feinstaubzonen, obacht - ich komme! :-)
Ich würde mich freuen, mit dem Manta CC GT/E auch einmal weitere Fans zu treffen, bisher habe ich zumindest im Raume Bochum noch keinen weiteren gesichtet, diese Autos werden offenbar langsam wirklich rar!

 

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